Grundkapital


Grundkapital
Aktienkapital einer Aktiengesellschaft (AG), entspricht zahlenmäßig dem  Nennwert aller ausgegebenen  Aktien.
- 1. Höhe des G.: Der Mindestnennbetrag des G. beträgt 50.000 Euro (§ 7 AktG). Die Höhe des G. sagt nichts über den Wert des  Gesellschaftsvermögens aus.
- 2. In der Bilanz ist das G. als  gezeichnetes Kapital auf der Passivseite auszuweisen (§ 152 I AktG, § 266 HGB). Der feste Betrag des G. kann nicht durch Gewinn oder Verlust verändert werden; deshalb ist das Gewinn- und Verlust-Konto nicht über Kapitalkonto, sondern über Bilanzkonto abzuschließen. G. plus Kapitalrücklage, Gewinnrücklagen, Gewinnvortrag/Verlustvortrag und Jahresüberschuss/Jahresfehlbetrag ist gleich dem bilanziellen  Eigenkapital. Übersteigt ein Verlustvortrag das G., ist ein „nicht durch Eigenkapital gedeckter  Fehlbetrag“ auf der Aktivseite auszuweisen. Die einzelnen Aktiengattungen sind mit den Gesamtnennbeträgen jeder Gattung und u.U. mit Angabe der Stimmenzahl gesondert auszuweisen. Bedingtes Kapital ( bedingte Kapitalerhöhung) ist mit dem Nennbetrag zu vermerken (§ 152 I AktG),  genehmigtes Kapital im  Anhang anzugeben (§ 160 AktG).
- 3. a) Aktienausgabe mit einem geringeren Betrag als den Nennbetrag (1 Euro) oder den auf die einzelne  Stückaktie entfallenden anteiligen Betrag des Grundkapitals ist verboten (§ 9 AktG).
- b) Vor Eintragung der AG im Handelsregister müssen alle Aktien von den  Gründern der AG übernommen und der eingeforderte Betrag eingezahlt sein (§§ 36, 36a AktG).
- c) Verboten ist die Rückgewährung von  Einlagen (§ 57 AktG).
- d) Erwerb  eigener Aktien ist nur unter besonderen Voraussetzungen möglich (§ 71 AktG).

Lexikon der Economics. 2013.

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